Brabants Boerenhoen / Brabanterconnes

Im Mai 1995 in Deutschland anerkannt, handelt es sich bei diesem interessanten Schopfhuhn jedoch keineswegs um eine Züchtung  jüngeren Datums. Viel mehr muss überraschen, dass sie erst jetzt den Weg nach Deutschland fand, ist  dies doch die weltweit einzige Großrasse, die ansonsten nur bei Zwerghühnern niederländisch – belgischen Ursprungs bekannte, attraktive Wachtelfarbigkeit in diesem Farbrepertoire führt. In deren Gold- und Silbervariante gelangten Brabanterconnes durch Horst Kintzel 1993 ins fränkische Neuenmarkt und durchliefen die Anerkennungsprozedur relativ unproblematisch. Kein Wunder- gibt es doch namentlich im Heimatland inzwischen wieder einen zwar eher kleinen, aber festen Züchterstamm, der neben den genannten zumindest auch die Farbschläge Blau-Wachtelfarbig und Schwarz längst wieder auf einen ansehnlichen Durchzüchtungsgrad gebracht hat. Hingegen nur sporadisch anzutreffen bzw. nach Aalbers (1987) SOGAR IN Belgien wie in Holland als ausgestorben anzusehen sind die Weißen, Blauen, Gelben u. Gelb- Columbia. Letztere sollen dereinst aus den Gold-Wachtelfarbigen entstanden sein, nachdem diese Für eine Großrasse höchst ungewöhnliche Zeichnungsform nach niederländischen Vermutungen ebenso wie die Antwerpener Bartzwergen und Bassetten durch eine längst in Vergessenheit geratene Lokalrasse verpasst worden sein dürfte. Erstaunlicherweise hat ausgerechnet das spalterbige Blau- Wachtelfarbig als jüngster Spross der Sippe besonders auch in den Niederlanden zeitweilig eine fast an die führende Goldvariante heranreichende Verbreitung gehabt. Ganz anders sah es zu den Glanzzeiten dieser Rasse aus, als im Jahre 1909 in Brüssel einmal 400 Exemplare zusammenkamen, wovon beinahe die Hälfte allein vom auch heute noch in Belgien relativ populären schwarzen Farbschlag gestellt wurde. Einmal mehr führen Gemälde alter belgischer u. holländischer Meister in Cuip u. d` Hondecoeter den Beweis, dass Tiere dieses Typus bereits im 17 Jahrhundert existiert haben. Ihren Namen Brabants Boernhoen erhielten sie nach ihrer engeren Heimat, der Region Zwischen den Städten Mechelen, Leuven u. Brüssel im flämischen Teil Brabanconne Der gleichnamigen belgischen Nationalhymne entlehnt ist. Vor der 1903 erfolgten Gründung eines eigenständigen Clubs war die Rasse lange Zeit In Flamen als Topman und in Wallonien analog als Houpette charakterisiert worden – Bezeichnungen ohne regionalen Bezug, sondern auf die traditionelle Schopfbildung bezogen. Darin wie im gesamten Kopfausdruck erinnert das Brabanconne frappierend an das steirische Duo Sulmtaler u. Altsteirer. Wie diese weist die Henne einen deutlich federreicheren Schopf als ihr Partner auf, auch ist ihr der charakteristische Wickelkamm der Steirerrassen eigen.

Bei 2-2,5 bzw. 1,5-2 kg bleiben Brabanter Bauernhühner zwar merklich hinter den Gewichtsdaten der Altsteirer und erst recht der Sulmtaler zurück, um so bemerkenswerter

 Ist das geradezu sensationelle Bruteiermindestgewicht von 70 g.

Eine mehr oder minder direkte Verwandtschaft zu den Steirerrassen lässt sich daher kaum vermuten. Nicht von der Hand zu weisen ist aber die These, dass die seit grauen Vorzeiten besonders in Holland und Belgien weit verbreiteten Vollhaubenhühnern ganz ähnlich wie weit später bei den Steirerrassen maßgeblichen Anteil an der Entstehung gehabt haben dürfen. Weiteres klares Abgrenzungskriterium ist die vom schwärzlichem Augenrand umgebene Dunkelbraune Iriden -färbung, und auf die Umschreibung der Hennenfigur als kegelförmig ( sich vom Hinterhals bis zum Hinterkörper kegelartig verbreitet ) wird zumindest im Heimatland großer Wert gelegt. Die schiefergrauen Läufe sind mit den Ringgrößen 16 – 18 zu versehen. Importeur Horst Kintzel ermittelte mit 16 Hennen eine Durchschnittsleistung von 168 Eiern und bezeichnet die Rasse als ausgesprochen frühreif ( nach ca. 5 Monaten), ganz entgegen ihrem herkömmlichen Image